INFORMATIONEN, ANREGUNGEN UND TIPPS

HILFREICHES IM UMGANG MIT DEMENZKRANKEN

 

 

 

Seminar Prof. Renate Kreutzer

"Menschen mit Demenz im Arbeitsalltag"

Land Kärnten, März 2019

Mitschrift in Stichworten, Hörfehler vorbehalten

 

 

Demenz - de mens

Der Geist verschwindet - besser "Der Verstand verschwindet"

 

Es gibt keine Geschichte - der Demenzkranke lebt im Augenblick

 

Der Mensch bleibt Mensch bis zuletzt -

nur wir müssen auf ihn zugehen, weil er selbst es nicht mehr kann.

 

 

Hintergründe zum Wunsch "nach Hause gehen"?

  • Der Kranke sucht nach sich selber,  er selbst hat sich verloren.
  • Arno Geiger: "Fein Papa, dann geh ich mit".
  • Zu Hause ist der Mensch dort, wo er verstanden wird.
  • Wo gehöre ich hin? Der Kranke kommt immer mehr ins "Nichts".
  • Zu Hause bedeutet: Geborgenheit, Wärme, Nähe.

Wenn der Kranke geht

  • von der anderen Seite kommen
  • begrüßen, etwas mitgehen, über das Daheim reden
  • die Runde drehen und zurückgehen
  • abschließend ein Getränk anbieten und zuprosten - dann ist er angekommen

Umkehr Tag- und Nacht-Rhytmus

Die Wirkung von Medikamenten kann oft 8 bis 10 Stunden verspätet eintreten, daher evtl. Unruhe in der Nacht, Schlafen am Vormittag.

 

Schmerz bei Demenz

Es wird leider oft angenommen, der Kranke verspürt keinen Schmerz, er kann ihn nur nicht lokalisieren; daher ist es wichtig, Veränderungen wahrzunehmen

  • Gesichtsausdruck (Blick, Mimik)
  • Schonhaltungen, Bewegung und Mobilität
  • Aggressivität bei der Pflege
  • Reaktionen bei der Berührung

 

Der Trigger

ist der Auslöser für einen Vorgang, der eine Empfindung, einen Affekt, ein Symptom oder eine Erkrankung auslösen kann, z.B. durch

  • Geruch, Geschmack,
  • die Ähnlichkeit einer Person aus der Vergangenheit, alleine schon durch eine  Haarfarbe.

Sehr oft ist der Trigger der Auslöser für eine nicht erklärbare Aggression.

 

"Sundowning Syndrom"

Kranke werden bei Sonnenuntergang aktiv und müssen gehen (meistens beim Essen):

"Ich muss heim zur Mutter"

Evtl. Hilfen.

  • "Ich begleite dich"
  • Eine Runde gehen
  • "Jetzt hast du alles erledigt"
  • Ein gutes Abendessen.

 

Musik

betrifft das Hirn nicht links- oder rechtsseitig, sondern beidseitig und bleibt deshalb als Fähigkeit sehr lange bestehen.

 

Ganz ein großes Problem:

das Auto

Positiv: der Kranke hat das Gefühl - Auto fahren geht nicht mehr
Wenn dies nicht der Fall ist

  • den Kranken konkret ansprechen - "Wie geht es Dir beim Auto fahren"
  • auf die Bedrohung/die Gefahr aufmerksam machen
  • in die Sachebene gehen
  • Polizeiposten bitten um Streifenfahrten
  • Anzeige machen

Für Angehörige: Wissend sein und nicht handeln macht mitschuldig.

 

Was sollte der pflegende Angehörige noch beachten:

  • Alles was der Kranke nicht mehr kann, wenn möglich außer Sicht geben.
  • Nicht: "Papa tu das", sondern: "Papa, wie machst du das?" oder "Papa, wie hast du das gemacht?"
  • Wahrnehmung: ein durchsichtiges Glas mit Wasser wird vom Demenzkranken nicht wahrgenommen - färbige Gläser nehmen.

 

 

 

 

 

 

Wir empfehlen:

 

Die Autorinnen vermitteln einfach und verständlich Grundwissen über die Validation - die wertschätzende Haltung im Umgang mit Demenzkranken.

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Sich im Alltag helfen können - Einblicke in Kurse für pflegende Angehörige


Zurück zu einem unbekannten Anfang - Dokumentation


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