SO HELFEN SIE IHREM KRANKEN ANGEHÖRIGEN

UND AUCH SICH SELBST

 

 

 

 

 

 

Denken Sie daran, dass bei Ihrem kranken Angehörigen

nichts mehr so ist wie es einmal war

 

  • Rahmenbedingungen

Vertraute Pflegepersonen, vertraute Umgebung, geregelter Tagesablauf - das sind wichtige Voraussetzungen für eine gewisse Ruhe im Alltag des Kranken. Der Pflegerwechsel bei Betreuungen durch soziale Dienste beunruhigt ihn, ihn aus der vertrauten Umgebung zu reißen hilft ihm nicht und beim sogenannten "Zwölf-Uhr-Läuten" der Kirchenglocken sollte an die Erinnerung an früher das Mittagessen eingenommen werden.

Wenn Ihr Kranker bereits im Heim wohnt, holen Sie ihn nicht zu Familienfeiern oder zu Einkäufen in der Stadt.

 

  • Größere Unruhe und Menschenansammlungen vermeiden

Wie schon erwähnt können sich größere Familienfeiern schlecht auf das Befinden auswirken.

Vermeiden Sie bei der Pflege Hektik und Nervosität, bewahren Sie soweit es geht Ruhe - was aber bei der schwierigen Betreuung nicht immer möglich ist.

 

  • Tagesablauf

Anleitungen und Hilfestellungen immer schrittweise, in der gleichen Reihenfolge und mit den gleichen Worten begleiten.

Legen Sie ihm für die Morgen- und Abendtoilette und besonders auch für das Ankleiden die Kleidungsstücke in richtiger Reihenfolge zurecht. Die Kranken vergessen mitunter, wie man sich ankleidet und wollen auch die Wäsche nicht wechseln, legen Sie ihm eine frische her.

Geben Sie für das Essen immer nur einen Teller und ein Besteckstück auf den Tisch. So kommt er nicht in die peinliche Lage ein falsches Stück aufzunehmen.

Er kann vieles noch selbst ausführen, seine Selbständigkeit wird länger bewahrt und das Selbstwertgefühl und die Würde werden erhalten.

Auch dabei ist es wichtig ...lassen Sie ihm Zeit, drängen Sie nicht!

 

  • Kontakte pflegen

Im Allgemeinen freuen sich Demenzkranke über Besucher, auch wenn sie sie nicht mehr erkennen. Diese müssen allerdings mit dem richtigen Umgang vertraut sein. Über vergangene Zeiten zu sprechen gibt ein gutes, vertrautes Gefühl.

Informieren Sie Nachbarn über die Krankheit; gerade bei einem Wandertrieb können Ihnen Nachbarn behilflich sein und Sie über ein Weggehen informieren. Bitten Sie sie um Hilfe, wir denken oft nicht daran, dass wir mehr Unterstützung bekommen können, als wir denken.

 

  • Argumentationen vermeiden

Auch wenn der Patient unmögliche Dinge behauptet, sprechen Sie nicht dagegen, nehmen Sie ihn ernst und geben Sie ihm das Gefühl, dass Sie zuhören.

Führen Sie ihn behutsam zu einem anderen Gesprächsthema.

Wenn er Sie beschuldigt, versuchen Sie herauszufinden, warum er das macht, verteidigen Sie sich nicht und bewahren Sie - auch wenn es Ihnen schwerfällt - die Ruhe.

 

  • Trennen Sie sich von Menschen, die Ihnen nicht gut tun

"Schauen Sie auf sich" bedeutet auch, Trennung von Menschen, die Ihnen die Energie rauben. Wer alles besser kann, der soll versuchen nur eine Woche den Pflegedienst zu übernehmen, seine Meinung wird sich ändern.

"Sie bekommen ja eh Pflegegeld"  - leider gibt es auch solche Argumente - darüber wollen wir gar nicht sprechen.

Sie bekommen keine Besuche mehr - denken Sie daran  - die guten Freunde kommen immer und um alle anderen ist es nicht schade.

Es gibt aber viele neue Menschen, die gerne bereit sind, Sie zu unterstützen, so z.B. auch wir von der Selbsthilfegruppe.

 

"Eine Türe geht zu - viele andere tun sich aber auf"

 

 

 

 

 

 

Qelle: angelehnt an www.1apharma.at

Eigene Erfahrungen

 

Wir empfehlen:

 

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Sich im Alltag helfen können - Einblicke in Kurse für pflegende Angehörige


Zurück zu einem unbekannten Anfang - Dokumentation


Interview mit Naomi Feil
 

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